Die Naturschutzgemeinschaft Blunkerbach e. V.

Die Naturschutzgemeinschaft Blunkerbach ist ein regional verwurzelter eingeschriebener Verein, der im Dezember 2018 von zwölf Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen wurde. Die Initiative für das Gründen des Vereins zum Schutz der Blunkerbach-Niederung war die Ausweisung von Potential- und Vorrangflächen für Windenergie in diesem Bereich durch die Landesplanung Schleswig-Holstein. Die Mitglieder des Vereins begannen daraufhin 2017 die Niederung ornithologisch zu kartieren. Sie konnten seither über 3000 Meldungen auf der Datenbank der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft eintragen. Über 90 unterschiedliche Vogelarten wurden auf diese Weise identifiziert. Somit gehört die Blunkerbach-Niederung mit den östlich und westlich gelegenen Geestrücken nicht nur zu einem besonderen Brutstandort für Wiesenvögel, wie Feldlerchen, Braunkehlchen, Wiesenpieper und Neuntöter, sondern ist auch ein wichtiges Nahrungsgebiet für Greifvögel, wie z.B. den Seeadler, Rotmilan, Mäusebussard, die Rohrweihe und den Turmfalken. Darüber hinaus ist sie ein Nahrungsgebiet für Schreitvögel (Weißstörche, Kraniche, Grau- und Silberreiher), ein Rastgebiet für Zugvögel (u.a. Großer Brachvogel) und ein besonders frequentiertes Überwinterungsgebiet für Gänse (Tundrasaatgans, Blässgans, Weißwangengans und Graugans). Vertreter der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteins (OAG-SH) waren im Frühjahr 2018 vor Ort, um die Artenvielfalt zu begutachten. Wie von einem Ornithologen der OAG mitgeteilt wurde, erweist sich die Niederung als eines der letzten bekannten Braunkehlchenreviere außerhalb von Stiftungsflächen (Stiftung Naturschutz) in Schleswig-Holstein. In Zeiten des Rückgangs von hochwertigem Dauergrünland und dem damit einhergehenden Verschwinden vieler selten gewordener Vogelarten ist dies eine beeindruckende und fachlich bedeutsame Erkenntnis. Dieses besondere Habitat zu erhalten und weiter zu verbessern, hat sich die Naturschutzgemeinschaft Blunkerbach auf ihre Fahnen geschrieben. Neben Stellungnahmen zu Landesentwicklungsplänen ist auch bereits das Aufstellen eines Storchennestes in Daldorf und das Anlegen einer Streuobstwiese in Blunk geplant. Bei den Landesforsten SH haben wir darüber hinaus im Herbst 2018 angeregt, ein unmittelbar angrenzendes Waldstück als „Naturwald“ auszuweisen. Dieses Anliegen wird derzeit noch geprüft.  Die Niederung ist darüber hinaus eines der letzten zusammenhängenden Dauergrünlandflächen Ostholsteins. Ca. 400ha Dauergrünland suchen ihresgleichen und sind in der durch Monokultur geprägten Landschaft eine Seltenheit geworden. Aber auch auf den östlich und westlich gelegenen Geestrücken finden sich naturfachlich wertvolle Teilflächen, wie Brachen, Geotope und eingesprengte Waldteile. Inmitten der Niederung verläuft der Blunkerbach, der heute schon den Status einer Nebenachse des „Natura 2000–Verbundsystems“ hat. Er markiert gleichzeitig die Grenze des Naturparks Holsteinische Schweiz.

Nördlich angrenzend befindet sich das FFH-Gebiet Tarbeker Moor, östlich die FFH-Gebiete Hamdorfer Binnendüne und Trentmoor und westlich, angebunden über die Wildbrücke (BAB 21), befindet sich das FFH-Gebiet Kietzholm. Somit liegt die Niederung in einem Dreieck von FloraFauna-Habitat—Gebieten und ist daher aus der Perspektive unseres Vereins ein hoch schützenswertes Areal. Zu trauriger Bekanntheit gelangte die Blunkerbach-Niederung im Juni 2018 durch den Fund von vier vergifteten Rotmilanen. Ein überlebender Jungvogel konnte damals von uns mithilfe eines Baumkletterers gerettet und im Wildpark Eeckholt aufgepäppelt werden. Die spätere Auswilderung ist mit dem Engagement der Helfer und Fachleute aus Eekholt, des Beauftragten für Rotmilane der OAG-SH, wie auch der Schweizer Vogelschutzwarte „Berg am Irchel“ auf dem Gelände des Gutes Pettluis erfolgt. Die Presse begleitete die Ereignisse umfangreich und das SH-Magazin (NDR) berichtete mehrmals. Unser nächstes Projekt: Wir halten es für unerlässlich, über unsere Kartierungen hinaus einen fachlich fundierten Nachweis des gesamten Vogelvorkommens in der Blunkerbach-Niederung erstellen zu lassen. Dies kann nur durch einen anerkannten Ornithologen erfolgen. Das Gutachten soll das Vogelvorkommen im Jahresverlauf und insbesondere die selten gewordenen Wiesenvögel und ihre Fortpflanzungserfolge objektiv erfassen. Im März 2019 soll mit dem Gutachten begonnen werden und es wird vermutlich bis September durchzuführen sein. Ein ausgezeichneter Gutachter ist bereits gefunden und wir hoffen, ihn beauftragen zu können. Um dieses ambitionierte Vorhaben erfolgreich umzusetzen, suchen wir Kooperationspartner, denn jede Form der Unterstützung kann helfen, diese außergewöhnliche Niederung nachhaltig zu schützen. Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Webseite www.blunkerbach-sh.de

Der Vorstand 27.01.2019

Die Fotos zeigen in der Reihenfolge der Fotos eine Feldlerche, einen Großen Brachvogel, ein Braunkehlchen, Weißdorn, einen Neuentöter, ein Schwarzkehlchen und ein Waldschnepfengelege alles am Blunker Bach

Copyright: Nils Kuhnert-Schumacher u.a. von www.blunkerbach-sh.de